2015-10-09 Quito 3

Wetter: Sonnig bei bis zu 28° nachmittags bewölkt und leichte kurze Regenschauer, nachts.. wie gehabt.

Aktivitäten: Heute stand als erster der geführte Stadtrundgang auf dem Programm, mit Gisela, unserer Reiseleiterin bis Guaquil. Gisela lebt seit 36 Jahren hier und ist super nett.
Durch sie erfahren wir nicht nur etwas über die Geschichte und Gebäude sondern auch über die Menschen. Wir selber hatten ja schon gemerkt wie nett und hilfsbereit sie sind, aber wir hatten auch noch etwas scheu vor den Strassenhändler. Die nahm uns Gisela indem sie uns erklärte, dass man sich ruhig die Waren anschauen kann, und wenn man dann weiter geht kein Händler böse ist oder hinterher läuft. Ganz im Gegenteil, wenn man den Blick oder die Ansprache einer Person ignoriert ist dies hier grob unhöflich.
Das kommt unserer Mentalität sehr entgegen, genau wie das Zurücklächeln wenn man Leute anlächelt. Hatten wir schon oft auf der Reise (zB Fidschi) und immer sehr genossen.

95% der Equadorianer sind Katholiken dementsprechend voll sind die Kirchen zu den Messen, was wir heute gut beobachten konnten, dadurch durften wir aber auch nicht fotografieren. In eine Kirche gingen wir just zum Vaterunser und erlebten es zu einer wunderschönen Melodie gesungen. (Zu erkennen, dass es sich um das Vaterunser handelt reichten meine Spanischbrocken und das uralte große Latinum aus).

Nach der Innenstadt ging es hinauf zur einzigen Marienstatue mit Flügeln von der man auch einen wunderschönen Blick auf die Altstadt von Quito, übrigens waren wir da auf ca 3000m, puh!

Dann kam für mich der Höhepunkt des Tages und die große Frage “Nord” oder “Süd”?

Richtig, es ging zum Äquator, der Equador seinen Namen gab. Er wurde hier 1736 als allererstes (relativ) exakt vermessen und markiert. Warum hier?
Nun ja es war technisch einfach, denn der Äquator verläuft ja ansonsten durch schwer zugängliches Gebiet wie Dschungel oder übers Meer und hat hier übrigens seinen höchsten Punkt.

Nachdem wir auf Taveuni ja den 180° Längengrad “besucht” haben, der ja durch den Null-Meridian eher willkürlich ist war nun der Äquator, der Gürtel der Erdkugel dran.

Da man damals nicht ganz exakt war (200m zu weit südlich) gingen wir zunächst zum wahren Äquator und einem kleinen aber sehr netten Museum. Dort erfuhren wir zunächst etwas zu den Regenwaldstämmen und wie man Schrumpfköpfe macht.

Dann ging es aber zur GPS vermessenen Linie und den vielen Besonderheiten:

  • Man braucht spezielle Sonnenuhren, da die Sonne 6 Monate durch den Norden geht und 6 Monate durch den Süden. Eine Lösung ist man macht sie zweiseitig.
  • Am 21.3. und 23.9. steht hier um 12h Mittags die Sonne senkrecht und wirft keinen Schatten.
  • An JEDEM Tag geht ungefähr um 6h morgens die Sonne auf und um 18h unter, also 12 Std. Tag/12 Std. Nacht. Dies variert um max 20 Min, durch den Lauf der Erde um die Sonne.
  • Drei Kräfte, die durch die Rotation der Erde wirken, haben hier besonders magische Wirkungen (ohne auf die physikalischen Details einzugehen) und dies wurde uns auch an Experimenten “bewiesen”:
    • Strudel und Cyclone/Taifune drehen sich auf der Nordhalbkugel anders herum als auf der Südhalbkugel. und auf der Äquatorlinie gar nicht. Das Experiemt war einfach eine Wanne aus der durch einen Ablass das Wasser herausgelassen wurde. Habe ich gefilmt und stelle es wenn es mir gelingt auch noch online.
    • Man kann nur auf der Äquatorlinie ein rohes Ei auf einem Nagel senkrecht positionieren. Daneben bewirkt die Erdrotation, dass das Eigelb nicht zentral in der Mitte ist sondern neben der Achse, was das Ei instabil macht.
    • Eine Kraft hilft uns stabil zu balancieren (zB mit geschlossenen Augen auf einer Linie zu gehen….wenn man nüchtern ist!!). Auf der Äquatorlinie fehlt die Kraft und man torkelt leichte…total komisches Gefühl auf einmal.

Das alles hat einen heiden Spaß gemacht!

Daran anschließend ging es zum “touristischen” Äquatordenkmal, auf der 1736 vermessenen Linie. Schön war, dass durch den Feiertag sehr viele Einheimische dort waren, was wir ja lieben. Neben den obligatorischen Fotos machten wir noch Mittagspause.

Beim Treffen mit Gisela, kamen wir auf das Thema Kinderreichtum. Und wirklich es waren sehr sehr viele Kinder hier. Dann fiel mir auf, dass die Kindern ruhig und entspannt waren, kaum herumtobten, sich stritten oder herumzickten. All das was wir von deutschen Kindern kennen, die, wie ich finde überwiegend unter ADHS leiden, und was wir oft als nervig empfinden. Die Kids hier sind wirklich sehr viel entspannter! toll für die Kids hier und traurig für DE zugleich.

Und noch etwas erstaunliches mit 3% Analphabetentum hat Equador weniger als DE!

Übrigens werden hier im Schnitt pro Familie in der Stadt 4 Kinder und auf dem Land 8 Kinder geboren. Und auch zu beobachten ist, dass sich ältere Kinder wirklich rührend um die jüngeren Geschwister kümmern.

Soweit vom Äquatorland,.

Hier ist Freitagabend und d.h. wieder Feierstimmung. Die Leute flanieren die Straßen entlang und geniessen den Abend. Leider haben sich vor unserem Zimmer zwei Musiker mit Akkordeon und Tamburin niedergelassen, deren Repertoir doch sehr einseitig und beschränkt ist. Egal!

Achja und gestern gab es doppelt Grund zum Feiern:
AUFGEPASST:
Im Fußball hat Equador Argentinien bei einem WM-Qualifikationsspiel 2:0 geschlagen!

Das war wohl das Wochenende der “Zwergenmannschaften” genauso wie in DE 😉

Bilder:

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2 Antworten zu 2015-10-09 Quito 3

  1. Bärbel sagt:

    Das sind ja echt spannende Berichte aus Äquatorland…!!! Toll…
    Am meisten bin ich darauf gespannt zu erfahren, wie man Schrumpfköpfe macht…
    Bitter erlebt noch ganz viele spannende Dinge.. Ich freue mich, davon zu hören…
    Bärbel

  2. Paul Girardi sagt:

    Hallo Wolfgang,

    danke für die Berichte und die Fotos. Sieht ähnlich aus wie in Spanien.

    Viele Grüße von
    Paul

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